Der Überlinger Stollen im Internet |
||||||||||||||||||
Kurzinfo zum Stollen |
||||||||||||||||||
|
Nach der Bombardierung der Friedrichshafener Industrieunternehmen, die im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter herstellten (Luftschiffbau Zeppelin, Maybach, Dornier und Zahnradfabrik), sollten diese unterirdisch "bombensicher" verlagert werden. Für diesen Zweck kamen rund 800 Häftlinge aus dem KZ Dachau. Sie schufen von Oktober 1944 bis April 1945 im Westen von Überlingen ein rund 4 km langes Stollensystem, das nicht vollendet und nicht mehr bezogen wurde. Den Aushub aus dem Berg schütteten sie in den Bodensee; auf ihm wurde später der Überlinger Campingplatz errichtet. Mindestens 168 Häftlinge überlebten Haft und Arbeitsbedingungen nicht. 97 von ihnen sind auf dem KZ-Friedhof Birnau begraben.
Der größte Teil des Stollens ist heute weiterhin zugänglich. Etwa 3,6 km sind noch begehbar, 2,5 km mit dem Pkw und 1,5 km mit Lkw befahrbar. Zugänglich ist die Anlage über einen in den 60-er Jahren neu geschaffenen Eingang. Aufgrund des Kriegsfolgegesetzes hat der Bund die Verantwortung für die Anlage übernommen, sie wird daher von der Bundesvermögensverwaltung betreut. Zwischen 1983 und 1989 wurde die Stollenanlage vom Bundesvermögensamt grundlegend saniert, insbesondere durch das Einbringen einer dichten Spritzbetonschicht auf allen Oberflächen. Heute dient der Stollen teilweise als Bootslager und fast nichts erinnert mehr an die Zeit des Baus des Stollens.
Seit Herbst 1996 gibt es in der Stollenanlage selbst eine schlichte Dokumentationsstätte, die durch den im gleichen Jahr gegründeten Verein 88662 Überlingen Dieser Verein dient dem Zweck, "dem Frieden und der Verständigung zwischen den Menschen und den Völkern zu dienen ..." ( Vereinssatzung)
Finanziert werden die Aktivitäten des Vereins durch die Spenden von Besuchern der Stollenanlage. Besuchsmöglichkeiten in der Nähe:
Publikation:
![]()
Beschreibung der Stollenanlage:
(aus einem bergtechnischen Gutachten von Herrn Ing.-Geologe Egon Wolff vom 17.3.1980) |